Ich frage dich: Wieso bist du hier?

Vermutlich hast du auch, seit kurzem oder bereits länger das Gefühl, dass mit dir etwas nicht stimmt. Vielleicht, hast du aber auch nicht dieses Gefühl. Vielleicht denkst du mit deiner Umwelt stimmt etwas nicht. Vielleicht frägst du dich, wieso die vielen Menschen in deinem Umfeld so sehr auf materielle Dinge achten. Vielleicht findest du die Frage “Wie geht es dir?” nicht mehr tiefgründig oder ehrlich genug. Vielleicht… Vielleicht fühlst du dich auf diesem Planeten fremd? Bist du deshalb traurig? Oder emotionslos? Du könntest dich auch in einer Depression befinden. Du könntest aber ebenso gut, den ersten Schritt in die Spiritualität gehen.

Diese Phase ist schrecklich. Sie fühlt sich so trostlos und hoffnungslos an. Du hörst immer und immer wieder wie gut du es doch hast. Wie toll dein Job ist, deine Wohnung und dein Auto. Du bekommst ständig Komplimente für dein Styling und Aussehen. Aber all die positiven Worte kommen bei dir nicht an. Rein objektiv gesehen, haben die Menschen die das alles zu dir sagen vollkommen Recht. Es ist deine eigene reine Subjektivität die dem Ganzen nicht zustimmen mag. Alles was in dieser Welt so wichtig scheint, hast du. Und doch bist du leer. Es bedeutet dir alles nichts.

Vielleicht ist es aber auch noch gar nicht so schlimm. Das einzige was du spürst ist, dass sich dein Leben irgendwie verändert. Deine Ansichten ändern sich. Du hast keine Lust mehr immer und immer wieder die gleichen Nachrichten zu hören. Du willst dich nicht mehr vom Geld steuern lassen. Irgendwie spürst du, dass es da draußen noch mehr gibt. Mehr als das immer gleiche Programm. Mehr Tiefe in den Menschen deines Umfelds. Mehr Seiten einer Geschichte. Vielleicht spürst du aber auch, dass da draußen etwas verloren gegangen ist. Die Liebe zueinander. Die Demut gegenüber sich selbst. Die Ehrlichkeit.

Diese beiden genannten Versuche, deine Gefühlslage einzuschätzen, deuten daraufhin, dass du auf deinem persönlichen Weg der Spiritualität bist. Wenn du tatsächlich an deinem emotionalen psychischen Limit bist, solltest du jetzt unbedingt psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Nicht morgen oder übermorgen. Sondern jetzt.

Wichtig zu wissen ist nämlich, dass der spirituelle Weg zunächst sehr weh tun kann. Er beginnt in den meisten Fällen mit einem schlimmen Albtraum. Mit einer immer stärker werdenden persönlichen Krise. Zu vergleichen ist das Ganze auch mit einer Schwangerschaft. Zuerst, bekommst du nicht viel mit. Du merkst, etwas ist nicht normal, aber das ist noch kein Grund zur Besorgnis. Irgendwann wird dir klar, dass du schwanger bist und dein Körper verändert sich. Schließlich hast du eine schmerzhafte Geburt, doch was du da gebärst ist ein Wunder. Ein vollkommen neues Leben.

So ähnlich wirst du dich auch fühlen, wenn du deinen spirituellen Weg ein Stück gegangen bist. Aber weißt du was das Wunderbare dabei ist? Du wirst dich an die Schmerzen nur noch sekundär erinnern. Du wirst diese Zeit nicht vergessen und das sollst du auch nicht. Die Narben ob psychisch oder körperlich werden dich begleiten. Wie ein Soldat der aus dem Krieg zurückkommt wirst du Stolz entwickeln. Du wirst dich stark fühlen, wenn du dich an diese Phase zurück erinnerst.

Glaubst du tatsächlich, jemand würde sein Leben ändern, wenn sein Geist damit zufrieden wäre? Die beschriebenen Krisen resultieren aus der Unzufriedenheit deines inneren Ichs. Das bedeutet allerdings nicht, dass du etwas falsch gemacht hast. Du hast es nur bisher noch nicht so gemacht, wie dein Geist es möchte. Dein Geist gewinnt letztlich immer. Übrigens hängt deine Intuition auch mit diesem zusammen. Ich möchte dir ein paar Beispiele nennen.

Jeder von uns kennt das Gefühl, wenn wir mit einer Entscheidung nicht zufrieden sind. Sie fühlt sich falsch an. Wir wissen manchmal nicht, wieso wir so fühlen. So leben wir mit der Entscheidung, immer mit diesem seltsamen Gefühl im Bauch, bis wir letztlich merken, dass wir uns falsch entschieden haben. Einige Menschen haben das z.B. bei ihrem Lebenspartner. Natürlich sind da am Anfang die Schmetterlinge. Doch schon relativ bald merken wir, das Ganze hat einen Haken. Dennoch führen die meisten die Beziehung weiter. Es entstehen sogar Kinder, eine Ehe und das Ganze weitere Programm. Bis die Probleme beginnen. Ist es wirklich die fehlende Aufmerksamkeit des Partners die uns zur Trennung führt? Ist es wirklich der Alltag der die Beziehung scheitern lässt? Oder können wir einfach irgendwann nicht mehr das Bauchgefühl unterdrücken?

Kommen wir zurück zu deinem Geist. Dieser beinhaltet deine Talente und Wünsche für dein aktuelles Leben. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir in unserem aktuellen Leben eine bzw. mehrere Aufgaben für uns selbst haben. Unsere Seele soll noch etwas dazulernen. So wie sie es schon mehrfach in den vorherigen Leben getan hat. Vielleicht sollst du in diesem Leben deine Kreativität ausleben. Vielleicht sollst du lernen dich an Regeln zu halten. Was deine Aufgaben in diesem Leben sind kann dir niemand sagen. Außer dein Geist. Somit ist dein spiritueller Weg, deinen Geist zu erforschen und zu erleben. Ihm zuzuhören, ihn zum Leben erwecken und ihn kennenzulernen.

Wieso das so schwer ist, frägst du dich? Weil du mindestens 20 Jahre lang getrimmt wurdest nicht auf ihn zu hören. Du wurdest genormt, in eine Form gepresst und normalisiert. Talente, Wünsche, Träume. Das sind alles keine gesellschaftlich anerkannten Ziele. Stattdessen musst du gute Noten haben, immer brav sein, realistisch sein, hohe Abschlüsse machen und irgendwann viel verdienen. Dazu kommt dann das obligatorische Haus, Familie und ein Hund. Du verstehst was ich damit meine.

Wie findest du aber nun heraus, was dein Geist will? Zunächst einmal, benötigst du Geduld. Mit dir selbst. Was du gerade durchmachst ist ein fundamentaler Wechsel deiner Lebensanschauung. Damit ist die Ansicht auf deine Umwelt gemeint aber auch auf dich selbst. Du kannst nicht die Tragweite der letzten 20 Jahre einfach mal so innerhalb ein paar Wochen ändern. Das ist aber auch das Einzige, was aus deiner Vergangenheit relevant ist. Deine Vergangenheit hat ansonsten nichts mit deiner Gegenwart und Zukunft zu tun. Du kannst immer neu anfangen. Egal was dir andere sagen. Es gibt sogar einige Leute die sagen man solle bewusst, alle paar Jahre “neu anfangen”.

Geduld ist somit der erste Schritt.

Der zweite Schritt ist das Loslassen. Befreie dich zunächst von all den äußeren Zwängen. Auch dies tut weh. Erkenne, dass Geld, Beruf, Familiengründung, Partnerschaft, Freundschaften etc. dich nicht ausmachen. Es ist vollkommen egal, ob und wieviel Geld du verdienst. Es ist vollkommen egal welchen Beruf du ausübst. Es ist egal ob du schon eine eigene Familie hast oder nicht. Es ist egal ob du einen festen Lebenspartner hast oder nicht. Es ist egal wie viele Freunde du hast. Dich zeichnen all diese Faktoren nicht aus. All diese Attribute machen dich nicht schlechter oder besser als jemand anderen. All dies beeinflusst nur dein Leben und nicht das Leben anderer.

Du kannst niemanden enttäuschen außer dich selbst. Du alleine entscheidest alles in deinem Leben. Weder dein Chef, deine Eltern, deine Geschwister, deine Freunde oder sonst jemand darf sich über dich ein Urteil erlauben. Das darfst du nur du. Es ist vollkommen egal was andere sagen, denken oder tun. Es ist aber entscheidend was du tust, willst und dir wünschst. Befreie dich von all den Zwängen.

Vergiß alles was dir die Gesellschaft als ach so perfekt darstellt. Vergiß was schön oder hässlich ist. Vergiß was dumm oder schlau ist. Schneide deine eigenen Strippen ab und tanze wie du möchtest. Niemand steuert dich mehr. Niemand kann dir etwas sagen. Niemand hat mehr Macht über dich. Im Gegenteil. Du hast alle Macht über dich. Du hast alle Fähigkeiten über dich. Du machst deine eigenen Regeln.

Das Lösen dieser Fesseln tut erstmal weh.

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