Im ersten Teil dieses Themas, wurde bereits auf den Unterschied zwischen Wissen und Bildung hingewiesen. Zudem ging ich darauf ein, warum ein spiritueller Mensch nicht viel mit reinem Wissen anfangen kann.

Wie kann ein echtes spirituelles Bildungssystem aussehen und funktionieren? Und wieso, gibt es dieses noch nicht?

Der Stundenplan der Schulkinder ist heute vollgepackt mit Fächern wie Geschichte, Erdkunde, Mathematik, Deutsch, Englisch, Sport, Biologie, Chemie, Physik, Informatik, Musik, Religion oder Ethik etc. In den höheren Stufen dann noch Latein, Französisch, Wirtschaft, Rechnungswesen oder auch Hauswirtschaft und Technisches Zeichnen. Dabei nehmen vor allem die Hauptfächer wie Mathe, Deutsch und Englisch die meiste Zeit ein.

Grundsätzlich ist gegen all diese Fächer nichts einzuwenden. Sie dienen der Wissensvermittlung und bauen das sogenannte Allgemeinwissen auf. Zwei bis drei Fächer fördern dabei tatsächlich das logische Denken mit Hilfe des Verstandes.

Grundschüler sind bis mindestens 12 Uhr aus dem Haus, in den höheren Stufen ist Nachmittagsunterricht inzwischen keine Seltenheit mehr. Viele der oben genannten Fächer werden dabei sehr tief vermittelt. Merken tun sich die jungen Schüler vieles davon ohnehin nur bis zur nächsten Prüfung oder kurzzeitig unter dem Druck, dass jederzeit eine Extemporale stattfinden kann. Das Wissen bleibt auch länger im Gehirn gespeichert, ruft man es aber nicht regelmäßig ab so verschwindet es. Die Menschen vergessen es, weil sie es eben nicht mehr benötigen.

Wenn der erwachsene Mensch etwas nicht mehr weiß, weil er es jahrelang nicht wieder in Erinnerung gerufen hat, wieso sollte der junge Mensch es dann überhaupt lernen?

  • Braucht der 15 jährige Schüler tatsächlich all das Wissen über chemische Verbindungen?
  • Braucht der 12 jährige Wissen über das Mittelalter und die Kriege damals?
  • Was hat der 14 jährige davon, wenn er weiß wie die Erdanziehungskraft funktioniert?
  • Und was soll der 18 jährige mit hoher Mathematik berechnen? Von Latein oder französisch ganz zu schweigen.

Würde man dies alles komplett weglassen, würden die Menschen tatsächlich dumm bleiben.

Würde man dies alles jedoch realistischer einschränken, so wäre mehr Zeit für tatsächliche Bildung. Bildung kann dazu führen, sich neues Wissen selbst anzueignen. Wissen welches aus eigenem Interesse und Antrieb aufgenommen wird, bleibt um einiges länger erhalten da es für den Menschen selbst einen Sinn hat. Aus dieser Aufnahme von bestehendem Wissen entsteht zusammen mit der eigenen Kreativität die echte Bildung.

Ein paar Beispiele verdeutlichen diese These:

  • Ein junger Erwachsener der in Deutsch immer seine Probleme mit Aufsätzen hatte wird wohl keinen Beruf ergreifen wollen, der ihn dazu verpflichtet ständig viele Briefe zu schreiben. Wenn er dies in seinem Beruf ausnahmsweise tun müsste, würde er sich Unterstützung holen.
  • Ein junger Erwachsener, den die Biologie des Menschen nicht interessiert hat, wird kein Mediziner werden wollen.
  • Ein junger Erwachsener, der tatsächlich Schriftsteller werden möchte, muss später sowieso durch ein Germanistik-Studium oder Ähnliches gefördert werden. Das überschaubare Wissen aus der Schule ist da nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Zu all diesen Beispielen kommt noch, dass die meisten Kinder und Jugendlichen gar nicht wissen was sie nach der Schule machen möchten. Die wenigsten haben bereits als Kind einen Traumberuf und führen diesen später tatsächlich aus. Solch eine Konstellation kann als Zufall bezeichnet werden. Aus spiritueller Sicht als selbst erkannte Bestimmung. Denn das Kind kann noch gar nicht wissen, was der Beruf genau erfordert. So werden die jungen Menschen mit Wissen vollgepumpt, das sie wieder vergessen und später in den meisten Fällen, in dieser Detailtiefe, gar nicht mehr benötigen oder durch eine Ausbildung bzw. Studium sowieso massiv vertiefen müssten.

Aus der Pädagogik und Psychologie wissen wir jedoch, dass es genau die Schulzeit ist, in der sich der Charakter und das Wesen des Menschen bildet. Selbstbewusstsein, Offenheit, Gerechtigkeit, Soziales Verhalten, Werteverständnis etc.

Im Klartext: Mindestens neun Jahre lang und täglich bis zu acht Stunden wird der zeitliche Fokus sowie die Aufmerksamkeit eines Menschen auf die Vermittlung alten Wissens gelegt, anstatt auf die Vermittlung der eben genannten geistigen Themen die er tatsächlich sein ganzes Leben lang nutzen muss!

Die neuen spirituellen Schulfächer

Die Forderung daraus kann nur lauten, die bestehenden Wissensfächer zeitlich massiv einzuschränken und auch die Hauptfächer von ihrer Tiefgründigkeit zu befreien. Stattdessen wäre es an der Zeit Fächer einzuführen die tatsächlich nachhaltig sind. Der Vorschlag würde wie folgt aussehen:

  1. Fach “Persönliche Entwicklung”
  2. Fach “Soziales Verhalten”
  3. Fach “Menschlichkeit”
  4. Fach “Ökologie”
  5. Fach “Medien” (ab 6. Klasse)

Diese Fächer sollten direkt ab der ersten Klasse eingeführt werden und dem Alter entsprechend ausgebaut werden. Stattdessen werden Fächer wie Biologie bzw. Heimat und Sachkunde wie es in der ersten Klasse genannt wird, eingeschränkt. Mathematik, Deutsch und Englisch müssen in den ersten Schuljahren natürlich gleichermaßen aufrechterhalten werden. Religion (Ethik) und Sport könnten dagegen komplett wegfallen.

Das Noten-System in diesen neuen spirituellen Fächern wäre durchführbar und gegeben. Allerdings hätte es einen anderen Sinn als die “Leistung” zu beurteilen. Die Schüler wären dazu angehalten, selbst nachzudenken, wie sie diese Themen im alltäglichen Leben durchführen. Bei einer Prüfung käme es darauf an, mit Hilfe von eigenen Beispielen, zu verdeutlichen, dass der Schüler diese Themen “lebt”.

Würden die oben genannten Fächer tatsächlich eingeführt, so würde sich schon der junge Mensch viel mehr mit seiner Umwelt beschäftigen. Er würde achtsamer gegenüber sich, seinen Mitmenschen und der Natur. Mobbing, psychologische Krisen, Umweltverschmutzung, Depressionen, und vieles mehr würden sich weitestgehend von selbst erledigen. Auf der anderen Seite würden viel mehr Menschen in sozialen Berufen arbeiten wollen, Oberflächlichkeit hinterfragen, sich später den Dingen widmen die sie tatsächlich in ihrem Inneren beschäftigen, und natürlich auch die Demokratie festigen. Die Gesellschaft würde geändert werden.

Gäbe es auch negative Folgen dieser Spiritualisierung?

Vermutlich würden die Eltern und Lehrer der aktuellen Generation nur schwer mit diesem Wandel klarkommen. Die Kinder wären um einiges selbstbewusster und würden vermutlich sogar die Eltern umerziehen wollen. Da diese in den meisten Fällen nicht spirituell leben oder eben auch eine andere Erziehung genossen haben, würden sie massive Beziehungsprobleme zu ihren Kindern bekommen. Die älteren Lehrer würden vermutlich nach und nach selbst in Sinnkrisen verfallen.

Der Staat hätte auch Probleme mit dieser neuen Generation spiritueller Menschen. Diverse Gesetze zum Thema Umweltschutz oder das Verhältnis zwischen Politik und Wirtschaft würden hinterfragt werden. Die Kontrolle über “freie Menschen” zu bewahren ist jetzt schon schwierig. Es würde nicht leichter werden für Politiker der alten Generation.

Die Unternehmen in ihrer jetzigen Form hätten auch ein Problem. Menschen die selbstbewusst sind und Zusammenhänge verstehen sind viel schwerer mit Werbung zu beeinflussen. Diese Firmen müssten tatsächlich einiges ändern um auch weiterhin ein Gutes ansehen zu genießen. Schlechte Arbeitsbedingungen, auch im Ausland, würden ein Image viel stärker schädigen als bisher.

Kritiker könnten behaupten, dass die genannten Fächer die Aufgabe der Eltern wären und nicht des Staates. Einem Staat sollte es daran gelegen sein, dass es seinen Bürgern gut geht. Dass die Gesellschaft, das Zusammenleben, funktioniert. Dies ist durch diese Maßnahmen gewährleistet bzw. gefördert.

Die Eltern könnten die oben genannten Fächer selbst unterrichten. Da sie aber in den meisten Fällen auch nur wenig davon mitbekommen haben sind sie schwer in der Lage dazu. Zudem ist es zeitlich kaum möglich, da die Kinder und Jugendlichen die meiste Zeit in der Schule verbringen. Selbst wenn die Schulzeit eingeschränkt würde, wären die Eltern dank der hohen Arbeitszeiten nicht verfügbar. Die Aufgabe der Eltern bezieht sich dennoch darauf, die Kinder ebenfalls in den o.g. Kompetenzen zu unterstützen und ihnen etwas im Leben mitzugeben das sonst niemand kann.

Kein Staat, keine Schule, kein Buch.
Die Liebe.

Eine Idee zu “Das spirituelle Bildungssystem

  1. Erika Pokorny sagt:

    Diese Schriften und Beschreibungen sind wirklich sehr interssant.Aus einigen kann ich mir auch gute Anregungen holen . Und mit den Kristallen zu arbeiten wird mir Freude machen. Werde sicher einiges ausprobieren.Wenn das alle Menschen machen würden gebe es herrlichen Frieden und Freude und viel Liebe auf der Welt. Sollte ein Pflichtfach in der Schule werden, auch auf den Arbeitsstellen wäre es gut darüber zu sprechen. Einen kleinen Beitrag kann ich auch leisten. Alles liebe

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