Bildung spielt überall auf der Welt eine unglaublich wichtige Rolle. Je gebildeter die Menschen sind umso leichter durchschauen sie Zusammenhänge und verstehen, dass populistische Aussagen oft nicht durchdacht sind. Bildung führt zudem zu Innovationen, Revolutionen und Evolutionen in praktisch allen Bereichen. Doch was ist Bildung genau und was hat sie mit Spiritualität zu tun?

Bildung ist nicht Wissen

Bildung. Bild tun. Sich ein Bild machen. Wenn der Mensch etwas sieht, versteht er meist noch schneller die Zusammenhänge. Er kann sich leichter in das Thema hineinversetzen und Lösungen für Probleme finden. Im Unterschied zum “Wissen” hat “Bildung” auch mit Verstehen zu tun. Das auswendig lernen eines Gedichtes, heißt eben noch nicht, es auch verstanden zu haben. Ein gravierender Unterschied.

Ähnlich verhält es sich auch mit der Spiritualität. Alle Meditationsformen zu kennen oder jede Asana im Yoga bedeutet noch lange nicht, ein spiritueller Mensch zu sein. Dank Youtube, Bücher und anderen Quellen kann all dies gelernt werden. Die Umsetzung in die eigene Gedankenwelt ist eine ganz andere Thematik.

Selbstverständlich ist das Wissen eine Grundlage für die Bildung. Ohne das Gedicht zu kennen, kann der Sinn nicht verstanden werden. Ohne die Asana zu kennen, wird der Yogi sie nicht ausführen können. Ohne zu wissen, dass es überall Zusammenhänge gibt, wird der Mensch sie nicht durchschauen können. Allerdings wird der Fokus besonders in der schulischen Bildung vorwiegend auf Wissen gelegt. Dies ist vor allem am Verhältnis zwischen klassischen Wissensfächern wie Geschichte, Geographie, Biologie, Physik, Chemie, Sozialkunde, Wirtschaftskunde, Englisch, Französisch, Deutsch etc. und Mathematik zu erkennen. Erstere können durch intensives Lernen tatsächlich gut bestanden werden. Mathematik muss verstanden werden. Vor allem in den höheren Klassen.

Grundsätzlich werden die Lehrpläne für alle staatlichen Schulen möglichst identisch angelegt, sodass auch die Prüfungen und deren Ergebnisse miteinander vergleichbar sind. Der Arbeitsmarkt wünscht sich eine einheitliche Größe, in Form von Noten und Zeugnissen, mit der unterschiedliche Bewerber vergleichbar werden. Nur so, denken nach wie vor viele Arbeitgeber, finden sie den besten Arbeitnehmer. Wenn der Abschlussbeste dann für sie arbeitet kommt irgendwann die große Verwunderung.

Das Notensystem sagt nichts über Kreativität oder Bildung aus

Sie haben nämlich nicht den gebildetsten Mitarbeiter abbekommen sondern den Mitarbeiter mit dem größten Wissen. Für eine Bücherei ist dies sicherlich der Hauptgewinn. Auch so manche Behörde freut sich vermutlich noch so einen Wissensspeicher in ihren Reihen begrüßen zu dürfen. Wer jedoch auf Innovation, Kreativität und Querdenken angewiesen ist um in dieser schnelllebigen Zeit als Unternehmen überleben zu können hat nun die nächste Innovationsbremse bei all den alten Hasen.

Viel mehr Schaden entsteht jedoch für die Gesellschaft, die tagtäglich mit diesen Menschen zusammenleben muss. Wer nicht schon im jungen Alter darauf hingewiesen wird, sich selbst zu bilden, selbst Alternativen zu suchen oder für möglich zu halten, der wird auch später nichts in Frage stellen. Diese jungen Leute werden auch später immer nach Plan A arbeiten und leben. Plan B bis Z erscheinen ihnen nicht möglich oder so weit entfernt, dass sie immer Plan A wählen. Was sich im ersten Moment nicht so schlimm anhört, hat leider tatsächlich viel Einfluss auch auf das Leben anderer. Es sind diese Menschen die den Querdenkern oder Kreativen das Leben schwer machen. Es sind genau diese Langweiler die Neid entwickeln auf jeden, der aus dem Alltag ausgebrochen ist, seinen eigenen Weg gemacht hat und tatsächlich erfolgreich damit war. Es sind jene Leute die so wenig Ahnung vom Leben entwickeln weil sie sich zu den meisten Ausbrüchen gar nicht trauen. Von Anfang an wird ihnen eingetrichtert, dass sie etwas bereits Bekanntes zu lernen haben. Jegliche Abweichung birgt ein Risiko zu versagen. Zu scheitern. Es sind eben auch die Leute die am leichtesten zu manipulieren und kontrollieren sind. Die perfekten Roboter für viele Unternehmen und die perfekten Bürger.

Die Normung macht immer mehr Menschen krank

Niemanden müsste es verwundern, dass spätestens zwischen 40 und 50 Jahren immer mehr Menschen psychische Krisen erleiden. Diese Altersgruppen sind es, die noch ohne Alternativen aufgewachsen sind. Sie konnten sich auch nicht über andere Wege informieren wie dies heute möglich ist. Sie waren abhängig von ihren Eltern, die es ebenfalls nicht anders kannten. Sie waren angewiesen auf ihre Lehrer, die es ebenfalls nicht anders gelernt haben.

Doch dabei steckt die Individualität in jedem Menschen. Irgendwann bricht dieser Wunsch nach “Sein” aus und führt zu einer massiven inneren Unzufriedenheit. Es wundert nicht, dass die meisten Menschen damit nichts anfangen können. Alles was sie 50 Jahre lang für den einzigen Weg gehalten haben, soll nun keinen Sinn mehr machen. Der geformte Verstand kämpft gegen das hochkommende Sein.

Studien der letzten Jahre zeigen leider, dass auch immer mehr Schüler bzw. Studenten an “psychischen Erkrankungen” leiden. Die oben genannte Vereinheitlichung hat vermutlich auch noch einen Schub erhalten indem die sozialen Medien immer mehr Druck auf die Menschen erzeugen. Jeder teilt nur noch seine besten Momente mit seinen “Freunden”. Stars und Sternchen posten jeden Tag tolle Luxus-Bilder wie leicht doch das Leben sein kann. Ob man selbst auch jemals diesen Luxus erreichen kann? Ob man selbst auch so gut ist? Bin ich auch so hübsch wie die oder die? Werde ich auch mal so ein tolles Auto haben wie der oder der?

Bildung relativiert die Oberflächlichkeit

Ohne Bildung, können diese jungen Menschen gar nicht verstehen, was da eigentlich im Hintergrund geschieht. Sie wissen, dass Schönheit und Luxus gleich Reichtum bedeutet. Aber sie sehen nicht alle Zusammenhänge, warum ihnen überhaupt diese ganzen “wunderschönen” Bilder gezeigt werden. Sie verstehen nicht, welche Algorithmen dahinter stecken, und das größte Problem ist, dass sie es auch nicht selbstständig hinterfragen. Genau das ist jedoch der Sinn von Bildung. Nicht nur das Ergebnis kennen, sondern auch die Gründe für dieses Ergebnis zu erkennen und sich zu fragen ob, das Ergebnis dann noch erstrebenswert ist bzw. ob man sich davon beeinflussen lassen möchte.

Wissen ist niemals aktuell

Alternative Wege, Zusammenhänge, Lebenswege und Lebenseinstellungen können nur entwickelt werden, wenn man das Wissen als Basis annimmt, es aber nicht zur alleinigen Wahrheit werden lässt. Wissen bezieht sich nämlich immer auf die Vergangenheit. Wissen beschreibt Ergebnisse und natürlich auch Herangehensweisen aus einer anderen Zeit. Wissen ist somit immer “veraltet” und nicht mehr aktuell.

Wenn Wissen immer veraltet ist, wie soll das “Bildungssystem” dann die Menschen für die Zukunft vorbereiten? Zählt in der Zukunft, tatsächlich Wissen zu besitzen das nicht mehr aktuell ist? Oder wäre es nicht wichtiger zu verstehen, dass ein Thema immer wieder bewusst neu überdacht werden soll? Weil sich die Parameter von heute nicht mehr auf altes Wissen übertragen lassen.

Wissen ist für die Spiritualität nicht relevant

Nun könnte man fragen, was hat das Ganze eigentlich mit Spiritualität zu tun? Die Antwort ist, dass wirklich spirituelle Menschen die Vergangenheit hinter sich lassen. Was zählt ist die Gegenwart. Der aktuelle Moment, die aktuelle Fragestellung, das aktuelle Problem ist es welches die volle Aufmerksamkeit bekommt. Natürlich muss dazu, nicht jegliches Wissen vergessen werden. Aber es geht um die Offenheit mit welcher die gegebene Situation angegangen wird. All zu oft sagen die Menschen “das haben wir aber schon immer so gemacht” oder “das hat bei X nicht funktioniert, das wird bei Y auch nicht funktionieren”. Genau hier müsste man beim Bildungssystem ansetzen. Aufzeigen, dass es vielleicht noch andere Wege gibt. Wissen kann man dies aber erst wenn ein Schüler bzw. Neuling einen alternativen Weg sucht. Ohne diesen zu suchen wird man ihn vermutlich nicht finden. Ohne den Willen und die Bereitschaft gegebenes Wissen nicht einfach so hinzunehmen würden wir vielleicht noch heute mit Kutschen unterwegs sein.

Der spirituelle Mensch hat erkannt, dass es diverse Wege gibt. Er hat erkannt, dass nicht alles feststeht sondern, dass das Leben im Fluss ist. Jede Sekunde. Er ist ein Teil dieses Flusses. Er fühlt sich verbunden mit dem fortlaufenden Geschehen. Und so ist vollkommen normal für ihn, dass Änderungen kommen, dass neue Herausforderungen auf ihn warten und dass er sie überstehen wird. Denn wie ein Fluss, hat er vielleicht mal ein paar Hindernisse im Weg, aber der Rest des Flusses rauscht weiter. Er endet niemals und alles was er in “diesem” Leben erfährt wird er für sein nächstes Leben mitnehmen, wo ihn wieder die nächste persönliche Lebensaufgabe erwartet.

Wie wäre es möglich die Spiritualität in das Bildungssystem zu bekommen?

Das erfährst du hier!

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